Wie kann man ein Aktiendepot übertragen?

Wer ein Aktiendepot übertragen möchte, hat dafür häufig ganz unterschiedliche Gründe. Häufig wird die Wechselintention durch lukrative Prämien/Kosten anderer Depotanbieter hervorgerufen. Manchmal ist es aber auch der Umzugswunsch aufgrund verbesserter Serviceleistungen. Nachfolgend gibt es sämtliche Informationen zum Depotwechsel und was es dabei zu beachten gibt.

Aktiendepot wechseln: die Vorarbeit

Soll das Aktiendepot umziehen, muss zunächst der geeignete neue Depotanbieter gefunden werden. Nach einem optimalen Alternativen Aktiendepot gestaltet sich aufgrund der Anbieter Vielzahl häufig sehr schwierig, aber ein Vergleich kann hierbei weiterhelfen. Kriterien für den Depot Vergleich beispielsweise:

  • Kosten des Depots
  • Trading-Angebot
  • Usability der Website und Trading-Plattform
  • Zusatzleistungen (beispielsweise Weiterbildungsangebote)

Wer das Aktiendepot wechseln möchte, sollte auch auf die möglichen Kosten achten. Das Aktiendepot übertragen kann Kosten verursachen, wenn das Depot im Ausland ist und von dort aus umziehen soll.

In Deutschland ist der Depotwechsel kostenlos, denn die Bank hat die Verpflichtung, die verwahrten Wertpapiere an die Depotinhaber herauszugeben (Urteil des Bundesgerichtshofes). Die Kosten für den Depotwechsel aus dem Ausland hingegen sind nicht immer eindeutig im Vorfeld kalkulierbar, da es durch Umrechnungskosten und Transfers rasch teurer werden kann.

Aktiendepot übertragen: So gehen Depotinhaber vor

Ist das passende neue Depot gefunden, steht einem Wechsel nichts mehr im Weg. Nun werden die Wertpapiere aus dem Aktiendepot übertragen. Meist kümmert sich der neue Depotanbieter darum, dass die Wertpapiere im neuen Depot landen. Dafür müssen die Depotinhaber allerdings einen Antrag für den Übertrag stellen und den neuen Depotanbieter dazu ermächtigen, mit der bisher depotführenden Stelle in Kontakt zu treten und alles Weitere zu veranlassen.

Wichtig ist es auch:

  • Freistellungsauftrag beim bisherigen Depotführer zu kündigen
  • Freistellungsauftrag beim neuen Depotanbieter zu eröffnen

Sämtliche Anträge für den Depotumzug können mittlerweile online ausgeführt werden, sodass sich die Depotinhaber seitenlange Papiere sparen.

Aktiendepot wechseln: diese Vorzüge gibt es tatsächlich

Bevor es darum geht, das Aktiendepot übertragen zu lassen, sollte sich hier jeder mit der Frage auseinandersetzen, ob sich der Wechsel überhaupt lohnt. Häufig bringt er tatsächlich Vorzüge, aber nicht immer. Vorteilhaft ist der Depotwechsel dann, wenn:

  • die Gebühren beim neuen Depotanbieter günstiger sind
  • der neue Depotanbieter mehr Service bietet
  • Prämien genutzt werden können

Gerade der Gebührenvergleich vor dem Depotwechsel ist besonders wichtig, denn hier gibt es einige versteckte Fallstricke. Viele Depotinhaber schauen auf die günstigen Konditionen und lassen sich durch verlockende Angebote dazu bewegen, mit dem Aktiendepot umzuziehen.

Dabei vergessen sie häufig das Kleingedruckte, denn die günstigen Konditionen gibt es häufig nur für einen bestimmten Zeitraum ab dem Depot wechseln. So sind die Kosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren meist nur für das erste Jahr besonders kostengünstig, danach steigen die Preise wieder. Wer darauf nicht schaut, läuft Gefahr, nach dem Ablauf des Zeitraumes genauso viel oder vielleicht sogar mehr wie beim alten Depot zu zahlen.

Natürlich ist theoretischen solch einer Situation der erneute Wechsel zu einem anderen Depotanbieter möglich, jedoch ist dies immer mit einem Aufwand verbunden. Zusätzlich können die Depotinhaber während des Wechsels keine Wertpapiere verkaufen, sondern nur kaufen, was natürlich auch zu Nachteilen führen könnte.

Aktiendepot wechseln: die Nachteile nicht vergessen

Ein Aktiendepot übertragen geht in der Regel schnell, bzw. lässt sich schnell initiieren. Das Ausfüllen der Onlineformulare dauert meist nicht einmal 10 Minuten, der Wechsel selbst kann sich hingegen etwas langwieriger gestalten. Genau daran liegt einer der wesentlichen Nachteile begründet, die Wechselzeit. Ältere sind:

  • Wertpapiere können während des Wechsels nicht veräußert werden
  • Anteilsbruchteile lassen sich nicht übertragen
  • Fondsanteile, die durch vermögenswirksame Leistungen im Depot sind, können nicht übertragen werden
  • Verlustverrechnungstöpfe können nur zu inländischen Depotanbietern übertragen werden, nicht zu ausländischen

Besonders kritisch ist es, das Aktiendepot zu wechseln, wenn eigentlich ein Wertpapierverkauf infrage kommen würde. Da die Veräußerung der Aktien bis zum Abschluss des Übertrags nicht möglich ist, könnten Investoren lukrative Gewinne entgehen, wenn sie handlungsunfähig sind.

Mit dem Aktiendepot umziehen: diese Kosten könnten warten

Ist der Depotwechsel kostenfrei oder muss ich doch mit versteckten Kostenbelastungen rechnen? Es gibt tatsächlich dazu eine ganz klare Rechtsgrundlage, zumindest in Deutschland. Der Bundesgerichtshof hat 2004 entschieden, dass die deutschen Depotanbieter keine Kosten für den Wechsel berechnen dürfen. Sie haben immerhin die Pflicht, die Wertpapiere zu verwalten und diese auf Wunsch der Depotinhaber herauszugeben.

Kosten können beim Depotwechsel trotzdem entstehen, wenn es sich um ausländische Anbieter handelt. Es gibt beispielsweise Depotanbieter, die einen bestimmten Kostenanteil/Position beim Aktien übertragen berechnen. Deshalb sollten wechselwillige Depotinhaber vor dem Übertrag genau schauen, ob sich der Aufwand tatsächlich lohnt oder sie am Ende nicht zu viel bezahlen.

So gelingt der Depotwechsel

Wurde der neue Depotanbieter gefunden, steht einer Eröffnung nichts mehr im Weg. Wie lange dies dauert, hängt entscheidend vom Depotanbieter ab. Erfahrungsgemäß könne die Depots aber alle online eröffnet werden, sodass der gesamte Vorgang innerhalb weniger Minuten abgeschlossen ist. Erforderlich dafür sind meist einige personenbezogene Angaben, darunter:

  • Name
  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • E-Mail-Adresse

Um das Depot nutzen zu können, wird eine Verifizierung erforderlich. Damit sichern sich Depotanbieter selbst ab, tragen aber auch zur Sicherheit ihrer eigenen Kunden bei. Die Verifizierung erfolgt in der Regel durch ein gültiges Ausweisdokument, welches in einem Video-Telefonat mit dem Support oder durch einen Upload des Dokumentes zur Verfügung gestellt wird.

Beim nachfolgenden Depotübertrag sind Angaben zum bisherigen Depot (Kennung und bisheriger Depotanbieter) erforderlich. Weiterhin müssen die Depotinhaber ihren neuen Anbieter dazu ermächtigen, dass andere Depot aufzulösen und die Wertpapiere zu übertragen. Das kann bequem online über ein Formular erfolgen.

Aktiendepot übertragen: solange dauert es tatsächlich

Wer sein Aktiendepot wechseln möchte, muss unter Umständen etwas Geduld mitbringen. Wie lange der Depotwechsel dauern darf, ist vom Gesetzgeber nicht eindeutig definiert. Deshalb könnten sich die Depotanbieter theoretisch Zeit lassen, was aber in der Praxis nicht immer tun. Erfahrungsgemäß dauert der Wechsel meist eine Woche, sodass der Zugriff auf die Wertpapiere schon nach einigen Tagen wieder möglich ist.

Der Wechsel kann sich aber auch deutlich in die Länge ziehen, wenn es beispielsweise zu Schwierigkeiten bei beiden Depotanbietern kommt. Ist das bisherige Depot im Ausland, dauert der Wechsel sogar noch länger, denn die Kommunikation und der Übertragungsprozess gestalten sich häufig meist noch schwieriger.

Müssen Depotinhaber untätig während des Wechsels sein?

Das neue Depot ist eröffnet und das alte Aktiendepot soll übertragen werden. Was können Investoren in der Zwischenzeit tun? Während der Depotübertrag noch nicht abgeschlossen ist, haben die Depotinhaber tatsächlich keine Chance, ihre Aktien zu verkaufen.

Trotzdem können sie über das neue Depot Wertpapiere kaufen und diese bereits im Depot verwalten.

Aktiendepot übertragen und kündigen: Wer ist dafür zuständig?

Einige Anbieter übernehmen die Kündigung des alten Depots bei einem Wechsel. Eine tolle Serviceleistung, auf die sich die Depotinhaber jedoch nicht nur verlassen sollten. Geht bei der Depotkündigung etwas schief, bleiben die Depotinhaber weiter dafür verantwortlich und müssten theoretisch dafür auch weiterhin zahlen.

Deshalb ist es immer ratsam, selbst eine Kündigung einzureichen. Dabei zu beachten:

  • sie sollte schriftlich erfolgen
  • bestenfalls Zusendung mit Nachweis
  • sämtliche Angaben müssen enthalten sein

Bei der Kündigung ist ebenfalls wichtig, die möglichen Fristen zu beachten. Wird das Depot nicht fristgerecht gekündigt, läuft es weiter und verursacht im schlimmsten Fall zusätzliche Kosten.

Aktiendepot übertragen: Wie sieht die steuerliche Betrachtung aus?

Wird Aktiendepot übertragen, hat es keine steuerlichen Auswirkungen oder doch? Es kommt darauf an, wer der neue Depotinhaber ist. Bleibt der Depotinhaber identisch, hat es keine steuerlichen Auswirkungen, welche es zu beachten gilt. Wichtig ist:

  • dass der alte Depotanbieter das Kaufdatum der Wertpapiere ordnungsgemäß übermittelt

Wichtig werden diese Informationen, um beim Verkauf die mögliche Abgeltungssteuer (25 %) genau zu kalkulieren. Sind die Wertpapiere beispielsweise älter und damit von der Steuer beim Verkauf befreit, fällt die Abgeltungssteuer nicht an.

Beim Übertrag sollten die Depotinhaber ebenfalls die Verlustverrechnungstöpfe an den neuen Depotanbieter übertragen, um Verluste beim Verkauf geltend machen zu können.

Depot an eine andere Person übertragen: das ist zu beachten

Der Depotwechsel kann auch durch andere Gründe, beispielsweise eine Erbschaft, erfolgen. Beim Depotübertrag an eine andere Person wird das Finanzamt durch den Depotanbieter darüber informiert.

Wichtig dabei zu beachten ist der Schenkungsfreibetrag. Wer den Depotwechsel als Schenkung durchführt, muss gegebenenfalls Schenkungssteuer zahlen. Steuerlich am besten ist der Übertrag als Erbschaft oder Schenkung, denn beim Übertrag an Dritte ohne diese Gründe kann es teuer werden.

In dem Fall wird:

  • Übertrag als Verkauf gewertet
  • Abgeltungssteuer wird gegebenenfalls direkt durch den Depotanbieter abgezogen

Deshalb ist es wichtig, vor dem Übertrag genau mögliche steuerliche Folgen zu kalkulieren, um am Ende nicht zu viel dafür zahlen zu müssen.

Depotkündigung als Alternative zum Übertrag?

Da es beim Übertrag des Depots im ungünstigsten Fall zu holen steuerlichen Zahlungen kommen können, ist für viele die klassische Depotkündigung eine echte Alternative. Das daraus frei werdende Kapital nutzen Depotinhaber häufig, um in andere Derivate zu investieren.

Die Kündigung läuft wie folgt ab:

  • Wertpapiere aus dem Depot verkaufen
  • Depot kündigen (schriftlich!)
  • Verrechnungskonto ebenfalls kündigen

Bevor es an die eigentliche Kündigung geht, sind wieder die Fristen zu wahren. Theoretisch ist eine Kündigung jederzeit möglich, wenngleich die meisten Depots eine Frist von drei Monaten haben. Der Bestand im Depot muss natürlich entfernt werden, was den Verkauf der Wertpapiere bedeutet.

Ist es jetzt der beste Zeitpunkt, um die Aktien tatsächlich zu verkaufen oder sollte noch gewartet werden? Grundsätzlich ist der Wertpapierverkauf nicht immer die beste Entscheidung, wenn:

  • der Preis mittel-/langfristig steigen wird
  • der Wertpapierpreis beim Verkauf niedriger ist als beim Kauf

Wer nicht zwangsweise sofort kündigen muss, sollte so lange warten, bis der Preis für die Wertpapiere besser ist, um am Ende einen Gewinn mitzunehmen. Sind die Wertpapiere veräußert, geht es an das schriftliche Kündigungsschreiben. Wichtig ist der Nachweis, dass es überhaupt beim Depotanbieter eingegangen ist. Die klassische Variante, Post, ist noch immer mit dem Sendungsnachweis besonders sicher.

Mittlerweile ist es aber auch möglich, über verschlüsselte E-Mail-Signaturen ein Kündigungsschreiben zu verfassen und sich den Eingang durch die Depotanbieter bestätigen zu lassen. Zum Depot gehört meist ein Verrechnungskonto, welches normalerweise mit dem Depot gekündigt wird. Wer hingegen das Verrechnungskonto behalten möchte, sollte dies mit dem Depotanbieter separat klären, um Schwierigkeiten zu vermeiden.

Depotwechsel nach der Kündigung, ist das möglich?

Was passiert, wenn Depotinhaber sich zur Kündigung entschlossen haben und dann plötzlich ein gutes Angebot bekommen und das Depot übertragen wollen? Lässt sich der Kündigungsvorgang rückgängig machen?

Prinzipiell sollte sich jeder seine Kündigung genau überlegen, denn damit gehen natürlich auch weitere Abläufe (u. a. der Verkauf der Wertpapiere aus dem Depot) einher. Sind die Wertpapiere verkauft und soll das Depot trotzdem übertragen werden, könnte das natürlich zu Schwierigkeiten führen. Oftmals stellen neue Depotanbieter beim Übertrag und zur Ausschüttung der Prämien Bedingungen (beispielsweise Mindestgröße des Depots), die natürlich dann unter Umständen nicht mehr gewährt werden könnten.

Außerdem könnten weitere Kosten für den zusätzlichen Verwaltungsaufwand bei der Rückabwicklung auf die Depotinhaber zu kommen.

Die 3 wichtigsten Fakten zum Depotwechsel, um Geld zu sparen

Damit beim Depotwechsel wirklich nichts schief geht und am Ende das Finanzamt nicht abkassiert, sollten einige Sachen beim Übertrag beachtet werden.

  • Bestandsschutz
  • Verlustübertrag
  • korrekter Bruchstücke-Übertrag

Haben Investoren ihre Wertpapiere nach dem 1. Januar 2009 erworben, werden für die Kursgewinne keine Steuern fällig. Wer sein Aktiendepot übertragen lassen möchte, hat diese Sicherheit auch beim neuen Depotanbieter. Wichtig ist es allerdings, dass der richtige Kaufzeitpunkt für die Wertpapiere übermittelt wird. Damit hier wirklich nichts schief geht, sollten die Depotinhaber genau vergleichen, ob die Angaben stimmen.

Der Verlustübertrag ist ebenso wichtig, um Abgeltungssteuer nicht zahlen zu müssen. Haben die Trader tatsächlich beim alten Depotanbieter Verluste erzielt, sollten diese unbedingt beim neuen Depotanbieter bekannt sein. Durch den Übertrag der Verluste wird die Steuerlast für die Abgeltungssteuer gesenkt oder sie fällt im besten Fall erst gar nicht an.

Wer sein Aktiendepot wechseln möchte, bekommt alle Wertpapiere an das neue Depot übertragen, denn dazu sind die Anbieter verpflichtet. Wer Fondsanteile im Depot hält, kann ebenfalls darauf beharren, dass diese beim neuen Depotanbieter übertragen werden. Möglich ist es auch, diese Anteile an die Fondsgesellschaft zu veräußern. Da gerade die Regelung zu den Bruchstücken häufig etwas vernachlässigt wird, sollten die Investoren beim Wechsel darauf verstärkt achten.

Fazit: Aktiendepot übertragen kann zusätzliche Prämien sichern

Wer den Depotwechsel geschickt anstellt, kann sich tatsächlich lukrative Prämien für wenig Aufwand sichern. Der Wechsel findet bei innerdeutschen Depotanbietern kostenlos statt, kann aber beim Übertrag aus dem Ausland teurer werden. Ob sich der Wechsel tatsächlich lohnt oder die Prämien rasch durch zu hohe Folgekosten wieder aufgebraucht zu werden, sollten die Investoren genau vergleichen. Dabei hilft der Blick in den Aktiendepot Test, der die renommiertesten Anbieter auf einen Blick zeigt und deutlich macht, dass sich mit ein wenig Überlegung, Kalkulation und Weitblick lukrative zusätzliche Verdienstmöglichkeiten mit einem Übertrag herausschlagen lassen.